Entflechtung, Statistiküberdruss und das neue Disney

Meine neue Auswahl lesenswerter Artikel.

The Great Unbundling
Ben Thompson / Stratechery, Lesedauer 13 Minuten

Was ist die wichtigste Konsequenz des Internets für die Medienwelt? Die Distributionskosten wurden auf nahezu null reduziert. Auf das Fernsehen wirkte sich dieser Umbruch bisher wenig aus. Ein Grund war das attraktive Gesamtpaket aus Sparten wie Live-Sport, Storytelling und Nachrichten. Die Entflechtung dieses Bündels ist jedoch im vollen Gange.

How statistics lost their power – and why we should fear what comes next
William Davies / The Guardian, Lesedauer 27 Minuten

Eine Ursache für den grassierenden Statistiküberdruss ist nicht zuletzt der Aufstieg der Data Science. Im Gegensatz zur Statistik sammelt man hier Daten bevor man Fragen stellt. Einblicke in die Psychologie großer Teile der Bevölkerung gehören dabei zu den innovativsten Möglichkeiten.

The Next Disney Will Come from China and Its Name Is Tencent
Jonathan Pan / Backchannel, Lesedauer 8 Minuten

Das neue Disney könnte aus China kommen. Der Ursprung des Tencent Konzerns gründete in der Welt der Textnachrichten. Seinen rasanten Aufstieg verdankt er vor allem dem Verkauf von virtuellen Gütern. Ein Geschäftsmodell das in einem ursprünglich von Raubkopien geprägten Markt sehr gut funktioniert.

Zeitungen, Leser und die Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz

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The IT Era and the Internet Revolution
Ben Thompson / Stratechery, Lesedauer 11 Minuten

Man kann weder die Sozialen Netzwerke, Suchmaschinen noch die Fehler der Verleger für den Niedergang der Zeitungen verantwortlich machen. Ihr Geschäftsmodell basierte auf der Kontrolle von Verbreitungswegen, die sich radikal verändert haben. Ein Vorgeschmack auf die langfristigen Auswirkungen die das Internet auf unsere Gesellschaft hat.

What I learned from seven years as the Guardian’s audience editor
Chris Moran, Lesedauer 5 Minuten

Algorithmen, Sprachverarbeitung und eine Menge an Onlineartikeln als journalistische Rohstoffquelle genügen um automatische Nachrichtenseiten zu betreiben. Viele Leser können sie von menschengemachten Seiten nicht unterscheiden. Es gibt jedoch gute Gründe, warum wir die Nachrichten nicht den Maschinen überlassen können. Der Wert redaktioneller Arbeit liegt im richtigen Umgang mit dem Wissen über das Leseverhalten.

What Artificial Intelligence Can and Can’t Do Right Now
Andrew Ng / Harvard Business Review, Lesedauer 4 Minuten

Künstliche Intelligenz hat zwar ein großes Potential aber vorerst keine magischen Fähigkeiten. Momentan arbeiten erfolgreiche Anwendungen meist auf der Grundlage des Überwachten Lernens, das eine simple Eingabe mit einer simplen Ausgabe verknüpft. Immerhin wird das reichen um viele einfache, mentale Tätigkeiten in naher Zukunft zu automatisieren – eine große Menge an Daten vorausgesetzt.

Menschliche Meme, journalistische Werte und was du von der CD-ROM lernen kannst

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Ken Bone and the 4 Stages of Viral Fame
Madison Malone Kircher / Select All, Lesedauer 6 Minuten

Ein menschliches Meme zu werden, kann man nicht planen. Es passiert einfach. Wer eine exzentrische Persönlichkeit mitbringt und schnell ein großes Medieninteresse wecken kann hat die besten Voraussetzungen dafür. Mit ein bisschen Glück oder Pech startet eine Karriere, die sich in vier Phasen einteilen lässt.

Journalistic and economic values are, unfortunately, not correlated. For Now.
Frederic Filloux / Monday Note, Lesedauer 7 Minuten

Der Preis für digitale Werbung ist vor allem von der Positionierung abhängig. Die Qualität des Contents, in dessen Umfeld die Anzeigen geschaltet werden, spielt kaum eine Rolle. Algorithmen handeln in Echtzeit einen großen Teil der Werbeflächen. Sie machen keinen Unterschied zwischen Verschwörungstheorien und auf intensiver Recherche basierenden Artikeln.

How VR and the CD-ROM have more in common than you might think
Rowland Manthorpe / Wired UK, Lesedauer 7 Minuten

Wer Mitte der 90er Jahre Text, Audio, Bild und Video interaktiv verbinden wollte setzte auf die CD-ROM – ohne Zweifel das Medium der Zukunft! 20 Jahre später ist offensichtlich warum sich Online-Inhalte durchgesetzt haben. Doch was hat das alles mit VR zu tun?

RT @vine: Leave a light on

RT @martinhoffmann: Vine is dead because of Snapchat. And because of GIPHY.

Videobrillen, Amateure und Assistenten

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Snapchat Spectacles and the Future of Wearables
Ben Thompson / Stratechery, Lesedauer 10 Minuten

Dem heute noch unverzichtbaren Smartphone blüht vielleicht das gleiche Schicksal wie dereinst dem PC. Es könnte deutlich an Relevanz für unseren Alltag verlieren. Sicher wird es weiterhin mobile Geräte geben, die sehr viel Dinge sehr gut können. Aber müssen wir sie deshalb die ganze Zeit mit uns herumtragen?

The Internet Trends Toward Crap
Brian Feldman / Select All, Lesedauer 7 Minuten

Wir, die Nutzer des Internets, sind Amateure. Wir bevorzugen Verfügbarkeit gegenüber Qualität und Komfort gegenüber Funktionalität. Das Hier und Jetzt ist uns wichtiger als Perfektion. Den daraus resultierenden Trend zum Hässlichen, halten auch große Technologiefirmen nicht auf.

Google and the Limits of Strategy
Ben Thompson / Stratechery, Lesedauer 10 Minuten

Google reagiert mit einer exklusiven Plattform für seinen Assistenten auf den Wandel der Nutzergewohnheiten. Denn geschlossene Systeme, die auf Hardware oder Sozialen Netzwerken basieren, haben den Browser als offenes Fenster zum Web abgelöst. Gleichzeitig soll so der Übergang ins “AI first” Zeitalter gelingen.

10 Jahre News Feed, junge Talente und das Internet der schlecht funktionierenden Dinge

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Facebook’s News Feed Turns 10
Jessi Hempel / Backchannel, Lesedauer 13 Minuten

Der News Feed, eine der bedeutensten Erfindungen des Social Web, ist in die Jahre gekommen. Bei seiner Einführung regelrecht gehasst, brachte er die Nutzer dazu immer mehr Zeit auf Facebook zu verbringen. Dabei hat er den Umgang mit persönlichen Informationen grundlegend verändert, eine neue Plattform für Werbung geschaffen und den Zugang zu Nachrichten zentralisiert.

Meet Snapchat’s ‘dudeocracy’ of talent
Stuart Dredge / The Guardian, Lesedauer 6 Minuten

Snapchat arbeitet intensiv daran, Werbekunden von seiner Relevanz zu überzeugen. Professionelle Nutzer fühlen sich von der App jedoch allein gelassen. Ihnen fehlen die sonst üblichen Analyse-Werkzeuge und Möglichkeiten die Reichweite schnell zu steigern. Das macht den Dienst aber für viele Einsteiger erst interessant.

The Internet of Poorly Working Things
Jean-Louis Gassée / Monday Note, Lesedauer 6 Minuten

Es ist nicht so, dass das Internet der Dinge nicht funktioniert. Das Problem ist, dass es bisher nur hin und wieder funktioniert. Die Komplexität, die sich aus mehreren miteinander verbunden Geräten ergibt, erfordert Durchhaltewillen bei der Entwicklung. Doch den können momentan nur wenige Hersteller aufbringen.

RT @joshuatopolsky: First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then they put on your video sunglasses. -Evan Spiegel

Mehr Videos, mehr Nachrichten und weniger Wahrheit

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The Rise Of Video Is Making 2016 A Weird Year To Be A Digital Publisher
Brian Feldman / Select All, Lesedauer 7 Minuten

Der Anzeigenverkauf ist für viele Betreiber von Webseiten nicht mehr einträglich genug um gewinnbringend zu arbeiten. Auch gesponserte Inhalte können die immer größer werdenden Einnahmelücken nicht füllen. Die Rettung soll der Verkauf von Werbespots bringen. Dafür müssen aber immer mehr Video-Inhalte aufwendig produziert werden.

News is afflicted by its own climate change: It’s called social
Frederic Filloux / Monday Note, Lesedauer 8 Minuten

Seitdem sich Nachrichtenanbieter im Wettkampf um Klicks behaupten müssen, haben sie angefangen große Mengen an Infohäppchen für Social Media zu produzieren. Immer mehr Meldungen werden so auf bessere Teilbarkeit hin optimiert. Sie dienen dabei vorrangig der Bestätigung von vorgefassten Meinungen und haben die Geschwindigkeit in der wir Lieben und Hassen erhöht.

How technology disrupted the truth
Katharine Viner / The Guardian, Lesedauer 29 Minuten

Spielt die Wahrheit noch eine große Rolle? In unseren personalisierten Nachrichtenströmen wird es immer schwerer an Informationen zu geraten, die unsere eigenen Ansichten kritisch hinterfragen. Zunehmend wird das als Fakt gewertet was sich richtig anfühlt.

RT @MrAlanCooper: OH: “In the future, everyone will be outraged every 15 minutes.”