China, Chat Bots und wie man Erfolg besser misst

Meine neue Auswahl lesenswerter Artikel.

China, Not Silicon Valley, Is Cutting Edge in Mobile Tech
Paul Mozur / The New York Times, Lesedauer 7 Minuten

Viele Chinesen haben sich niemals einen PC gekauft. Für die über 600 Millionen Nutzer ist ein Smartphone oder Tablet oft der erste Computer den sie sich angeschafft haben. Dieser Umstand hat China zum führenden Land im Mobile-Business gemacht.

How Kik Predicted The Rise of Chat Bots
Scott Rosenberg / Backchannel, Lesedauer 15 Minuten

Im einem kleinen kanadischen Unternehmen arbeitet man schon seit Jahren an der Entwicklung von Software-Assistenten. Man verfolgt dabei aber eine andere Vision als Apple mit „Siri“ oder Facebook mit „M“. Bots sollen die neue Informationsquelle der Zukunft werden und dabei selber merken wann sie einem auf die Nerven gehen.

Die Welt’s analytics system deemphasizes clicks and demystifies what it considers a “quality” story
Shan Wang / Nieman Lab, Lesedauer 6 Minuten

Mehr und mehr setzt sich eine Einsicht durch: Nicht jeder Traffic ist auch guter Traffic. Nur anhand der Zahlen von Unique Visitors, Views und Page Impressions kann man nicht erkennen ob man wirklich erfolgreich war. Das interne Bewertungssystem von „Die Welt“ versucht da Abhilfe zu schaffen.

Kurze Ladezeiten, Zaubertricks und warum Dein Hirn kein Computer ist

Meine neue Auswahl lesenswerter Artikel.

How people decide what news to trust on digital platforms and social media
The American Press Institute, Lesedauer 14 Minuten

Auszüge einer Studie zur Frage, wie Nutzer Nachrichten außerhalb der klassischen Kanäle bewerten. Besonders interessant: bei mobiler Nutzung sind Platzierung von Anzeigen, Ladezeiten und Funktionalität die für die Nutzer entscheidenden Kriterien. Weniger wichtig sind interaktive Elemente und Links zu weiteren Inhalten.

How Technology Hijacks People’s Minds
Tristan Harris, Lesedauer 12 Minuten

Zauberkünstler geben ihrem Publikum die Illusion einer freien Wahl. Dabei bestimmen sie die Möglichkeiten so, dass sie selbst gewinnen – egal welche Auswahl getroffen wird. Warum viele digitale Dienste sich diese Strategie zu eigen gemacht haben und wie es besser gehen könnte.

The empty brain
Robert Epstein, Lesedauer 20 Minuten

Nein, dein Hirn verarbeitet keine Informationen, ruft kein Wissen ab und kann auch keine Erinnerungen speichern. Zwar ist es zu vergleichbaren Dingen in der Lage, aber niemand weiß bisher genau wie das vonstatten geht. Es wird Zeit, die Computermetapher einzumotten.

Großartige Webserie die es von Vimeo zu HBO geschafft hat

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RT @wblau: Slowly but surely, digital publishing is becoming as costly as print publishing.

Ressource Aufmerksamkeit

In einer Medienwelt die fast unbegrenzt Inhalte bereithält und den Vertrieb dieser Inhalte nahezu gratis ermöglicht, ist Aufmerksamkeit die wertvollste Ressource. Seit der Verlagerung des Web von Desktop zu Mobile erfährt Messaging einen stetig wachsenden Anteil der online verbrachten Zeit. Wir lieben es einfach viel zu sehr mit anderen in Verbindung zu sein. Wir sind auf Austausch und Zuneigung angewiesen. Um so besser wenn dies unabhängig von Ort und Zeit möglich ist.

WhatsApp hat knapp 1 Milliarde Nutzer weltweit
WhatsApp: knapp 1 Milliarde Nutzer weltweit

Dienste, mit denen man gratis Textnachrichten verschicken konnte, waren deshalb die „Killer Apps“ der ersten Smartphones. Es ist kein Wunder das WhatsApp zum am schnellsten wachsenden Sozialen Netzwerk aller Zeiten wurde. Jetzt stehen Messaging-Plattformen einer neuen Generation auf der Matte. Zum Besipiel der von Evan Spiegel gegründetet Dienst Snapchat. Die Video-Messaging-App hebt gerade ab und hatte von Anfang an eine gut sortierte Strategie im Gepäck.

Der Grund für Snapchats erste Nutzerzuwächse 2012 sind persönliche Nachrichten die sich nach der Übermittlung selbst zerstören. Ein Neuheit die damals besonders Teenagern gefällt. Heute schätzen auch Erwachsene diese angenehme Ähnlichkeit mit realen Gesprächen. Im Jahr 2013 wird die App um ein 24 Stunden verfügbares, teilweise kuratiertes Format, namens „Stories“ ergänzt. 2015 kommen mit „Discover“ professionell produzierte Inhalte von großen Medienhäusern hinzu. Diese bilden nicht zuletzt den Rahmen für Werbeplatzierungen. In diesem Frühjahr wird Snapchat dann um Messaging-Funktionen erweitert, die man von konkurrierenden Apps wie Line, WeChat oder Messenger kennt.

Der Dienst versucht also die großen, Aufmerksamkeit bindenden Gebiete abzudecken; Kommunikation, Information und Unterhaltung. Damit begibt sich Snapchat in direkte Konkurrenz zum weltweit führenden Akkumulator dieser kostbaren Ressource Aufmerksamkeit – Mark Zuckerbergs Facebook Imperium.

Dieser Post basiert auf einem lesenswerten Artikel von Ben Thompson auf Stratechery. Snapchat´s Ladder

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Über Plattformen

Seit einiger Zeit kann man das Web dabei beobachten wie es in eine Ansammlung von Plattformen zerfällt. Die Verlagerung von Desktop zu Mobile, vom Browser zur App, von einer wild wuchernden Masse an Webseiten zu einigen großen, reglementierten Online-Populationen ist in vollem Gange. Mit der Folge, das Territorien, Grenzen und Besitzansprüche immer wichtiger werden.

Der Feed war einmal eine Ansammlung von Links, von Verweisen auf Dinge da draußen. Mit der Zeit jedoch kamen die Dinge in den Feed. Gepostete Webadressen erhielten Vorschaubilder und Textelemente, ehemals verknüpfte Videos wurden eingebettet. Die zugehörigen Links wurden redundant, ja sogar irgendwie hässlich.

In neueren Plattformen wie Instagram und Vine führt der Link, die Verbindung nach draußen, ein Schattendasein. Für Nutzer von Snapchat ist es schlichtweg nicht möglich interne Inhalte außerhalb des Dienstes zu verlinken. Facebook arbeitet konsequent daran, alle von seinen Nutzern gern geteilten Dinge wie Bilder, Videos, Artikel und Streams ins eigene Haus zu holen. Twitter macht im Grunde genommen das Gleiche, wenn auch weniger konsequent.

Ältere Plattformen sind also dabei, externe durch interne Inhalte zu ersetzen. Und was machen die Jüngeren? Sie versuchen die generell internen Inhalte mit professionellen Elementen zu ergänzen. Ein gutes Beispiel dafür ist Snapchat Discover – eine fein selektierte Auswahl von Inhalten etablierter Medienmarken, extra für die Plattform produziert, mit einem festen Verfallsdatum.

All diese Limitierungen wecken Erinnerungen. Es scheint gerade so als rüsten sich die Plattformen für eine nahende Zeit der Selbstversorgung und Autarkie. Der Gedanke steht im Raum: Das kommende Web ist ein bisschen so wie das gute alte Fernsehen.

Dieser Post basiert auf einem lesenswerten Artikel von John Herrman auf The Awl. Upload Complete, Platforms and the insourcing of the media

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